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(2) ISBN, Buchvertrieb, Grosshandel, Buchhändler, vlb, Amazon

Neben den großen und kleinen Verlagen gibt es immer mehr Autoren, die im Selbstverlag veröffentlichen, ob mit oder ISBN. Diese ISBN Nummer ist der Erkennungsschlüssel für jedes Buch, bestehend aus der Verlagsnummer und der Titelnummer. Alle Bücher (aber auch CD und DVD) mit ISBN sind im Verzeichnis lieferbarer Bücher (www.vlb.de) gelistet. Das ist ein Dienst des Börsenvereins für den Buchhandel und steht jedem Buchhändler offen.

Manche Verlage liefern selbst aus, andere vetreiben ihr Sortiment über den Großhandel. In Deutschland sind das z.B. LIBRI und KNV, die für ihre Dienste bezahlt werden und die Bücher mit Rabatten an den Handel abgeben. Das System ist durchorganisiert, Bestellungen werden in kürzester Zeit ausgeliefert, 30 Tage Zahlungsziel und Rückgaberecht (Kommission) sind gewährleistet. Für den Handel ist das bequem. Er spart zudem Versandkosten, weil täglich mehrere Bestellungen rausgehen, so dass die Versandkosten pro Buch minimiert werden.

Dieses System bringt aber auch Tücken. Der Buchhandel macht sich abhängig von den Grossisten. Sie haben ihr eigenes elektronisch abgreifbares Verzeichnis der lieferbaren Bücher. Was dort nicht drin ist, das ist eben "nicht lieferbar", nur weil der Grossist das Buch nicht führt. So kommt es, dass ein Kunde in den Buchladen kommt, nach einem Buch fragt, der Buchhändler im Großhandelsverzeichnis nachschlägt und dann kommentiert, "ist nicht lieferbar".

Es könnte einfacher sein. Wenn der Buchhändler gleich im Verzeichnis der lieferbaren Bücher (vlb) nachschlagen würde, dann würde er wissen, ob das Buch tatsächlich lieferbar ist, oder nicht. Dort sind eben auch viele Kleinverlage gelistet, die es sich schlicht nicht leisten können, über den Grossisten auszuliefern. Sie beliefern den Buchhandel direkt. Auch alle Bücher ohne ISBN fallen hier selbstverständlich heraus. Das System ist also fehlerbehaftet. Es geht ungenügend auf den Kunden und auf den Verleger (oder auch Selbstverlag) ein. Nicht alle Buchhändler machen sich das Leben leicht, aber nahezu alle Buchhandelsketten, wie z.B. Thalia tun es. Es geht um Rabatte und Gewinn. Wer als Verlag nicht mitzieht, wird ausgegrenzt und landet in der Schublade "nicht lieferbar".

Amazon ist nun eine Plattform auf der nicht nur Bücher verkauft werden. Jeder Autor ist willkommen, seine Werke hier anzubieten. Hierfür stehen verschieden teure Möglichkeiten zur Verfügung. Das System Amazon ist allerdings so aufgebaut, dass unbekannte Autoren unter "ferner liefen" gelistet sind, etwa auf Seite 1 Milllion. Das ist, wie ein Todesurteil. Da braucht es schon erhebliche Drittiumpulse, wie Werbungs- und Verkaufsförderungsmaßnahmen, dass der Leser aufmerksam wird, dass dieses Buch bei Amazon tatsächlich erhältlich ist. Dabei erhält Amazon bei jeder Bestellung einen Prozentsatz XY vom Buchpreis ein, den der Autor bzw. Verlag an Amazon zu zahlen hat, vergleichbar dem Buchhandelsrabatt. Immerhin: Amazon ist zumindest eine denkbare Möglichkeit, sein Buch zum Verkauf anzubieten. Amazon steht allerdings auch in Konkurrenz zum Buchhandel. Bestellungen per Internet sind bequem und eine Rückgabemöglichkeit bei Nichtgefallen ist gesichert. Auch das kann für den Verlag bzw. Autoren eine schwere Belastung sein. Er muss diese Rückgaben in den Preis einkalkulieren, oder das Risiko in Kauf nehmen (= selbst tragen). Hinzu kommt, dass der Autor / Selbstverlag / Kleinverlag über Amazon dem Kunden die Versandkosten berechnet. Amazon hat (gegen Aufpreis) auch ein Barsortiment, das an den Kunden mit Rückgaberecht über 20 € Bestellwert frei Haus geliefert wird (wobei es unterschiedliche Rabattsysteme gibt), so dass der Verlag dann den Versand bezahlt und auch die Aufnahme in das Barsortiment. Das sind dann Bedingungen, die dem in etwa gleichen, was der Grossist nimmt. Meist sind auch die Lieferzeiten kurz. Nach drei Tagen hat der Besteller das Buch in der Hand.

Amazon ist bei vielen Kunden ein fester Begriff. Man bestellt dort, weil dort  Rabatte gewährt werden und ein uneingeschränktes Rückgaberecht eingeräumt wird (zumindest glaubt das der Kunde). Damit steht Amazon in Konkurrenz zum stationären Buchhandel und Amzon expandiert. Schon längst haben Buchhandelsketten reagiert. Sie bieten auf ihren Internetseiten Bücher zur Direktbestellung (oft versandkostenfrei) an, aber es ist für den Kunden einfacher, sich nur eine Bestelladresse zu merken.

In den USA (wo es keine Buchpreisbindung gibt) hat das dazu geführt, dass der Käufer ein Buch bei Amazon bis zu 60 % unter dem Ladenpreis beim stationären Handel bekommt (versandkostenfrei wohlbemerkt). Ein für den handel absolut tödliches System mot Monopolstellungsgarantie für Amzon. Hat man das Monopol einmal inne, werden die Preise radikal erhöht. So ist das immer. Für den Verbraucher ist das langfristig ein Eigentor.

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